Am
Web 2.0-Kongress in Frankfurt wurde - beflügelt durch den YouTube.com/Google-Deal - viel darüber diskutiert: Sind die Schlagworte Web 2.0, Social Networking und AJAX Resultat eines neuen Internet-Hypes? Platzt die Wolke ein paar Branchen-Freaks in absehbarer Zeit?
Heiko Hebig von Burda Medien stieg in sein Referat mit folgender Frage ein: "War der TED der Start von Fernsehen 2.0? Wenn ja, dann haben wir jetzt auch ein Web 2.0".
Was genau verbindet alle Angebote, die momentan aus dem Boden spriessen und z.B im "
Web 2.0-Sammelalbum" täglich veröffentlicht werden? Nach
Bob Stumpel fallen Angebote, die auf kollektive Intelligenz, Kollaboration, Ranking, Community und Social Software setzen in den aktuellen Trend. Gute Beispiele dafür sind natürlich
flickr.com,
plazes.com oder
qype.de.
Doch, wagen wir einen Blick in die Schweizer Internet-Landschaft: Erstaunlich, aber uns ist kein Verlagshaus bekannt, das auch nur im Ansatz ein Online-Angebot in Richtung obgenannter Ausprägungen betreibt. Im Hause tamedia setzt man allerhöchstens auf Blogs als Ergänzung der bisherigen Angebote, bei
bluewin.ch oder
search.ch sieht die Bilanz ebenfalls mager aus. Ganz anders
tilllate.com oder andere Party-Sites, die seit Jahren erfolgreich auf den Aktionismus der User setzen. Auch das Angebot
klassenfreunde.ch mit über 250'000 eingetragenen Schülerinnen und Schülern innert 6 Monaten zeigt den Erfolg von und das Bedürfnis nach Vernetzung.
Der beste Zeitpunkt also, ein neues Angebot in diesem Umfeld zu lancieren? Nicht zwingend. Denn, schlussendlich steht der Nutzen im Vordergrund. Auch wir sind User in verschiedenen Communities (Open BC,
amiado.com u.a.), greifen aber täglich auf unzählige Angebote und Online-Services zurück, die dank grosser Einfachheit, ohne Login, ohne Ranking, ohne Freundschaftsanfragen oder weitere Social-Komponenten überzeugen. In diesem Sinne: Trotz höchst-spannenden Diskussionen um Web 2.0 wieder mal ein grosses Lob auf die vielen höchst nützlichen, einfachen und schnellen Web 1.0-Angebote :-).